Wien: Kosovo-Freunde treffen Außenminister Behgjet Pacolli

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Es war ein Termin, wie ihn selbst gute Freunden des jüngsten Staates Europas in Wien nicht oft erleben: im Europahaus in der Wipplingerstraße traf eine große Gruppe der Freundschaftsgesellschaft nicht nur auf Kosovos Außenminister Behgjet Pacolli, sondern auch dessen Stellvertreterin Rejhan Vuniqi.

Ankunft vor dem Europahaus: Generalsekretär Arber Marku empfängt Außenminister Beghjet Pacolli.

In fast zwei Stunden wurden aktuelle politische Fragen ebenso erörtert wie die großen Grundlinien der Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Im Vordergrund dabei war immer wieder die Frage, wie insbesondere die Verbindungen zwischen Österreich und der Republik Kosovo weiter gestärkt werden könnten. Außenminister Pacolli, der auch erster Stellvertreter von Premier Ramush Haradinaj ist, betonte die wichtige Rolle und das große Ansehen Österreichs im Kosovo. Österreich stehe – auch aufgrund des KFOR-Engagements – für Sicherheit und Stabilität.

Seine Worte finden stets gespannte Zuhörer: Wolfgang Petritsch, Präsidiumsmitglied der Freundschaftsgesellschaft, kann ohne Umschweife als einer der profundesten Kenner Südosteuropas bezeichnet werden.

Der Präsident der Freundschaftsgesellschaft, Europa-Abgeordneter Lukas Mandl, zeigte sich sehr erfreut über die Wertschätzung, die die lange Dauer des Treffens signalisierte. In seiner Eröffnungsansprache gab er persönliche Erfahrungen zum besten, mahnte aber gleichzeitig, trotz aller guten Entwicklungen „down to earth“ zu bleiben. Die Frage des Kosovo sei bedeutsam für die Zukunft ganz Europas, erinnerte er nicht nur an die Verantwortung Österreichs, sondern insbesondere auch an die des Kosovo und seiner Spitzenrepräsentanten selbst. Österreich habe vor 100 Jahren erstmals eine Republik gegründet, die das Überbleibsel eines größeren Staates war, und sei damit gescheitert. Kosovo müsse nicht die gleichen Fehler machen, die Österreich damals gemacht hat, zog Mandl eine historische Perspektive in die Debatte ein.

Dem Anlass entsprechend, war die Veranstaltung gut besucht. Das dokumentiert auch, wie stark die Beziehungen zwischen den Institutionen der Republik Kosovo und der Freundschaftsgesellschaft mittlerweile geworden sind. Honorarkonsul David Ungar-Klein, Abgeordneter zum Nationalrat Wolfgang Gerstl, Botschafter Wolfgang Petritsch, der Präsident der Österreichisch-Albanischen Gesellschaft Wolfgang Großruck, Schriftsteller Matthias Mander – das Publikum wies einige illustre Namen auf. Zum Abschluss überraschte Lukas Mandl den weitgereisten Minister noch mit einer besonderen Torte. Pacolli hatte am Vortag Geburtstag gehabt, weshalb Pacolli eine eigens angefertigte Torte mit der Flagge der Republik Kosovo und zehn Kerzen als Symbol für die zehnjährige Unabhängigkeit des jungen Staates erhielt.

 

 

 

 

 

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